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Trimbach trifft Château Figeac
Zwei Weinkulturen. Vier Jahrhunderte. Ein Abend.
Was geschieht, wenn zwei der traditionsreichsten Weinhäuser Frankreichs aus so unterschiedlichen Regionen wie dem Elsass und Bordeaux aufeinandertreffen? Am 10. Dezember begegnen sich Maison F. E. Trimbach und Château Figeac bei einem außergewöhnlichen Dinner in der Krone in Lech. Jean Trimbach und Frédéric Faye führen durch einen Abend mit großen Jahrgängen, seltenen Flaschen und einigen Überraschungen.
Trimbach trifft Château Figeac
Die Geschichte der Familie Trimbach reicht bis 1626 zurück. Dreizehn Generationen haben eine eigenständige elsässische Weinkultur bewahrt, deren Weine sich bis heute deutlich von jenen unterscheiden, die nur wenige Kilometer östlich, auf der deutschen Seite des Rheins, entstehen. Während der deutsche Riesling im Lauf der Jahrhunderte ganz eigene Wege in die Moderne fand, blieb das Elsass bei all seinen Weißweine einer meist trockenen, strukturierten, auf Ausdruck und Langlebigkeit angelegten Stilistik verpflichtet. Trimbach gehört zu ihren berühmtesten Bewahrern. Vier Weinpaare führen durch ein halbes Jahrhundert dieser Geschichte: Gewürztraminer Seigneurs de Ribeaupierre 1976 und 2016, Riesling Grand Cru Geisberg 2012 und 2019, Riesling Frédéric Emile 2011 und 2016 sowie der legendäre Clos Sainte Hune 2009 und 2017. Die letzten drei Paare werden teilweise aus Magnumflaschen serviert. Besonders der Clos Sainte Hune gehört zu den richtig großen Weißweinen dieser Welt – ein Riesling, der Jahrzehnte überdauern kann, ohne dabei Saft und Stabilität zu verlieren.
Danach geht es nach Saint-Émilion, zu Château Figeac. Das seit 2022 als Premier Grand Cru Classé A ausgezeichnete Weingut gehört zu den eigenständigsten Adressen des rechten Ufers der Gironde. Sein hoher Cabernet-Anteil unterscheidet Figeac von vielen seiner Nachbarn. Der Abend beginnt mit Petit-Figeac 2023 und 2022, einer zugänglicheren, früh trinkbaren Interpretation des großen Traditionsnamens, die besonders auch jüngere Rotweinliebhaber ansprechen soll. Die Cuvée vereint Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon: 2022 im Verhältnis 58:21:21, 2023 mit 55 Prozent Merlot, 31 Prozent Cabernet Franc und 14 Prozent Cabernet Sauvignon – singuläre Cuvées. Anschließend folgen Giganten von Château Figeac, die Jahrgänge 2015 und 2016, bevor die großen Jahrgänge 2010 und 2009 aus Doppelmagnumflaschen sowie 1986 aus der Doppelmagnum und 1976 aus der Fünfliterflasche (Jéroboam) den Abend beschließen. Ein perfekter Schlusstrunk!
Das ist eine bemerkenswerte Begegnung zweier französischer Weinkulturen. Hier die jahrhundertealte Kunst, Weißweine mit nahezu unbegrenztem Reifepotenzial zu keltern. Dort die große Tradition von Saint-Émilion, die ihre Gegenwart immer wieder neu definiert. Und dazwischen ein halbes Jahrhundert Wein, das an diesem Abend nicht im Keller bleibt.
Jean Trimbach und Frédéric Faye (Château Figeac) werden durch den Abend führen.